Übernahme der Kosten für Hebammen unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin sichern!

Mother Hood hat auf Change.org eine Petition gestartet, die sich an die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) Dr. Doris Pfeiffer und an 12 mehr richtet.

Kampagnenbild: Elternprotest bei Change.org
Text der Grafik, die im linken Bereich ein Baby zeigt:
„Nun haben die vom GKV-SV schon meine Rechte geklaut.
Hoffentlich darf ich meinen Teddy behalten.
#IhrbrechtRecht
#Elternprotest
www.change.org/Elternprotest
(c) MOTHER HOOD

Die Forderung: Übernahme der Kosten für Hebammen unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin sichern!

Im Petitionstext heißt es u. a.:

Täuscht der Spitzenverband bewusst die Öffentlichkeit?

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) will künftig die Kostenübernahme für Hebammenversorgung in der außerklinischen Geburtshilfe massiv einschränken. Leider scheint es, als würden nicht nur die Versicherten, sondern auch die gesetzlichen Krankenkassen durch ihren eigenen Spitzenverband bewusst oder gar gezielt getäuscht, was die tatsächlichen Inhalte der Vertragsverhandlungen und deren Auswirkungen auf alle Geburten in Deutschland angeht. Anders lassen sich die zahlreichen Fehlinformationen zu diesem Thema in den Medien und die irreführenden Antworten an die verunsicherten Familien nicht erklären.

Der Pressesprecher des GKV-SV, Florian Lanz, sagt in einem Interview im ZDF:

„Das können doch nicht die Frauen und Hebammen allein entscheiden“.

Ach nein? Wer sonst?!

Menschenrechte gelten auch für Babys und Mütter!

Der GKV-SV handelt mit der geplanten Neuregelung aus unserer Sicht rechtswidrig. Dies bestätigt unter anderem Dr. Reinald Eichholz, ehem. Kinderbeauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. In einer juristischen Stellungnahme führt er aus, dass u.a. die Rechte des Kindes auf Berücksichtigung des Kindeswohls (Art. 3 Abs. 1 KRK), das Selbstbestimmungsrecht der Frauen (Art. 2 Abs. 1 GG) und das verfassungsrechtlich geschützte Berufsausübungsrecht der Hebammen mit diesen Plänen des GKV-SV gebrochen werden.

Qualität und Sicherheit gewährleisten

Höchstmögliche Qualität und Sicherheit unter der Geburt gewährleistet eine, in Deutschland nicht vorhandene, 1:1-Betreuung durch eine Hebamme, egal ob sich die Frau für eine Klinik-, Geburtshaus- oder Hausgeburt entschieden hat. Nach dem Sozialgesetzbuch sind die Krankenkassen verpflichtet, die Geburtsortswahl der Frauen zu respektieren und die Kosten unabhängig vom Geburtsort zu übernehmen. Eine Einschränkung der Leistung ist gesetzlich nicht vorgesehen und auch aufgrund der belegten Sicherheit außerklinischer Geburten nicht möglich. Darüberhinaus ist die viel gepriesene Qualität und Sicherheit in Kliniken heute schon längst nicht mehr gegeben. Über 300 Kliniken haben in den vergangenen Jahren geschlossen. Jüngster Auswuchs des Systems ist ein Kreißsaal, der nur noch bis 17 Uhr geöffnet hat. Danach gibt es für die Frauen nur noch die Option des Kaiserschnitts mit allen Risiken für Mutter und Kind (belegte höhere Sterblichkeit, langfristige Gesundheitsauswirkungen).

Qualität und Sicherheit? Der blanke Hohn für alle Eltern, die die jährlich rund 680.000 Kinder in Deutschland bekommen!

Geburt ist keine Privatleistung!

Wir, Christina Baris, Julia Fertig, Hanno Köhncke und Michael Benecke vom Verein “Mother Hood“ fordern, stellvertretend für alle gesetzlich Versicherten, Dr. Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-SV) erneut auf, auch weiterhin die Leistungen für Hebammenhilfe bei Geburten unabhängig vom Geburtsort und -termin zu übernehmen und dabei die Rechte der Kinder und ihrer Mütter zu respektieren und zu wahren. Vorschriften zu Qualitätskriterien dürfen daher nicht zu Einschränkungen des Selbstbestimmungsrechts und des Patientenrechts der Frauen sowie des Berufsausübungsrechts der Hebammen führen. Acht Jahre nach ihrer Einführung verlangen wir wissenschaftliche Belege für deren medizinischen Nutzen.

Wir danken allen, die die Petition bereits unterstützt haben. Aber wir müssen lauter sein, um diese Lügen zu übertönen. Viele von Euch besuchen am Wochenende Freunde oder Verwandte. Nehmt Euer Smartphone und lasst sie alle die Petition zeichnen! Jetzt!

Teilt diese Petition in Euren Netzwerken. Nutzt den Hashtag #Elternprotest und #IhrbrechtRecht

Der 1. Juli naht – Wir haben keine Zeit mehr!

Die Petitition mit weiteren Quellen, Links, Stellungnahmen und Informationen gibt es bei Change.org

Resolutionen der 9. Bundesdelegiertenversammlung

Die 9. Bundesdelegiertenversammlung verabschiedete verschiedene Resolutionen. Sie werden nach und nach veröffentlicht.

Solidaritätsresolution der 9. Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des Frauenverbands Courage e.V. am 13./14. Juni 2015

An die Beschäftigten des Sozial– und Erziehungsdienstes

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, delegierte Frauen der Bundesdelegiertenversammlung des Frauenverbandes Courage möchten Euch zu Eurem Kampfgeist und Eurem Durchhaltevermögen beglückwünschen:

Nach vier Wochen Streik macht Ihr mit vielfältigen Aktionen, Mahnwachen und nicht zuletzt mit den Demonstrationen am 13.6.15 weiter Druck für eine Aufwertung Eurer Berufe.
Und, entgegen einiger  Medienberichte, ist die Solidarität von Eltern und der gesamten Bevölkerung groß.

Erzieher-Demo in Mainz
Franz Ferdinand Photography (Flickr) (CC BY-NC 2.0)

Auch wenn während der Schlichtungsgespräche und folgenden Tarifverhandlungen die Streiks in Kitas und sozialen Einrichtungen ausgesetzt sind, macht Ihr deutlich, dass Ihr keine Ruhe geben wollt,  Euer Kampf und Eure Energie ist  noch lange nicht zu Ende ist.

Es geht um eine Aufwertung der sozialen Berufe und gerade auch um die Aufwertung typischer Frauenberufe.

Als Frauenverband stehen wir uneingeschränkt hinter Euch und möchten Euch Mut machen, weiter zu kämpfen und Euch nicht unterkriegen zu lassen.

Auch wenn zunehmend versucht wird, Erzieherinnen und Eltern gegeneinander auszuspielen, der Druck der Arbeitgeber zunimmt und die Gefahr einer Spaltung durch einen Schlichtungsvorschlag besteht.

Es geht auch um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen!

Dass das Argument, es sei kein Geld da, verlogen ist, sieht man aktuell beim G7 Gipfel, wo eine Bürgerkriegsübung mit 17000 Polizisten 360 Millionen Euro verschlingt.

Wir unterstützen die Forderung nach Erstattung der Kindergartenbeiträge an die Eltern durch die Kommunen und finden es wichtig, über das eingeschränkte Streikrecht in Deutschland hinaus zu denken und ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht zu fordern.
Wer kämpft, bekommt Solidarität – weiter so!

(verabschiedet von den Teilnehmerinnen der 9. BDV des Frauenverbands Courage am 14.06.15)

Download der Resolution als Flyer (PDF)


Alle weiteren verabschiedeten Resolutionen der 9. Bundesdelegiertenversammlung des Frauenverbandes Courage findet ihr auf der Webseite der Bundesgeschäftsstelle.

Alternativ könnt ihr euch diese hier als PDF herunterladen:

Frauenverband Courage e.V. offensiv gegen das Land NRW!

Pressemitteilung  des Frauenverbands Courage e.V. zum Prozess am 16.06.15

Logo Frauenverband Courage
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Über 40 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten am 16.6.15 im Verwaltungsgericht Düsseldorf die Klage des Frauenverbands Courage e.V. gegen das Land NRW. Courage fordert die restlose Streichung des Verbands aus dem Verfassungsschutzbericht NRW 2013 und 2014 im Internet, als auch in der Rest- bzw. Neuauflage der Druckversion.

Selbstbewusst stellten die Vertreterinnen des Bundesvorstands von Courage die Wurzeln und Grundsätze des Frauenverbands vor, gingen insbesondere auf das Prinzip der Über-parteilichkeit ohne antikommunistische Ausgrenzung ein. Dieses sei

die positive Antwort auf die Zersplitterung der Frauenbewegung!

erklärte Bernadette Leidinger-Beierle, eine der Sprecherinnen im Bundesvorstand.

20 Jahre nach der letzten Weltfrauenkonferenz bestätige dies auch Bundesfrauenministerin Schwesig, die bei einem Festakt zu Peking+20 erklärte:

Kein Land hat die vollständige Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen erreicht – auch Deutschland nicht.

Im Unterschied zu vielen Frauenorganisationen sind wir keiner Partei, sondern nur den Interessen der Frauen verpflichtet. Diese tatsächliche Überparteilichkeit ist eine der Grund-lagen für unsere Bündnisfähigkeit. Bei frauenpolitischen Höhenpunkten wie dem Internati-onalen Frauentag oder dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen sind wir treibende Kraft breiter Bündnisse. Der Verdacht liegt nahe, dass uns das Innenministerium auch an¬greift, weil wir in der Lage sind, Frauen unterschiedlichster politischer und weltanschaulicher Anschauung für ihre Interessen zusammenzubringen und kontinuierlich zusammen arbeiten.

so die Sprecherin weiter.

Und wenn der sogenannte Verfassungsschutz seine Behauptung,

Courage sei ein Verband der MLPD

auch noch so oft wiederholt – sie wird dadurch nicht wahr! Beweise für dieses Hirngespinst gab es weder in den letzten 2,5 Jahren noch in der 1,5-stündigen Verhandlung. Martina Stalleicken griff die mehr als zweifelhafte „Beweisführung“ des Innenministeriums und sogenannte Verfassungsschutzes an:

Es ist ja gar kein Geheimnis, dass MLPD-Mitglieder in Courage mitarbeiten. Dafür hätte der Verfassungsschutz nicht zwei Jahre recherchieren brauchen … Warum sollten wir uns von Kräften abgrenzen, die unsere Überparteilichkeit unterstützen?! Wenn die Herren (und Damen) des Verfassungsschutzes keine Notwendigkeit sehen für einen überparteilichen Zusammenschluss von Frauen für ihre Rechte und für eine lebenswerte Zukunft, haben sie noch lange nicht das Recht, andere, die sich selbstlos dafür einsetzen, zu diskreditieren und zu behindern!

Das sah das Gericht offenbar anders: Nach erstaunlich kurzer Beratung wurde die Klage von Courage abgewiesen.
Die anschließende Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude, ließ aber keinen Zweifel: Das Ziel, Courage einzuschüchtern, hat der „Inlandsgeheimdienst“ nicht erreicht. Mit Courage gibt es keine antikommunistische Ausgrenzung und damit eine Schwächung der Frauenbewegung!

Viele bekräftigten ihre Solidarität, wie Anne Wilhelm vom kämpferischen Frauenrat, ein Antifaschist aus Wuppertal, eine Vertreterin der MLPD oder ein Vertreter der Umweltgewerkschaft, die schon vor ihrer Gründung als U-Boot der MLPD im Verfassungsschutzbericht diffamiert wurde.

Dieses empörende Urteil nehmen wir nicht hin. Wir machen weiter – notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof und wir schließen uns mit anderen Betroffenen zusammen.

Download Pressemitteilung (PDF)
Download der bei Gericht vorgetragenen Stellungnahme des Courage-Bundesvorstands (PDF)

Diese Pressemitteilung erschient auf der Webseite des Frauenverbandes Courage (Bundesgeschäftsstelle Wuppertal)

Gerichtstermin: Courage – raus aus dem Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen!

Pressemitteilung zum Gerichtstermin am Dienstag, 16.Juni 2015 9.30 in Düsseldorf

Logo Frauenverband Courage
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Der Frauenverband Courage – raus aus dem Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen!

Dem Frauenverband Courage e.V. ist im Dezember 2012 mit einer lapidaren Mitteilung im Kleingedruckten der Steuererklärung mitgeteilt worden, dass der jahrzehntelangen erfolgreichen Frauenarbeit die Gemeinnützigkeit aberkannt ist. Seit 2009 darf der schwer angeschlagene Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz mitreden, wenn es darum geht, gesellschafts- und regierungskritische Vereinigungen mithilfe des Steuerrechts zu diskreditieren. Eine Erwähnung in einem Verfassungsschutzbericht reicht aus. Angegriffen wird in unserem Fall die Überparteilichkeit „von Religion bis Revolution“ und die Weigerung, Marxistinnen-Leninistinnen aus dem Frauenverband Courage Verband auszuschließen bzw. die Zusammenarbeit mit der MLPD einzustellen.

In den zweieinhalb Jahren, die die Gerichte und der Verfassungsschutz gebraucht haben für diesen Termin, gab es genug Anlässe, dass Courage und seine Prinzipien gefragt waren. Ein aktuelles Beispiel: Wir unterstützen die Forderung nach einem humanitären Korridor und Solidaritätsbrigaden für den Aufbau eines Gesundheitszentrums in Kobanê, damit geflüchtete Menschen wieder zurück können in ihre Stadt. Es ist richtig, dass diese wichtige Sache von der MLPD ausging. Aber wenn andere Politiker oder Parteien sowas nicht machen, sondern mit schlauen Sprüchen durch die Welt reisen oder gucken, wie sie möglichst wenige Flüchtlinge „abkriegen“, anstatt beim Wiederaufbau zu helfen oder die Genfer Konvention umzusetzen – wem bitte will man das vorwerfen?! Wir entscheiden selbst und an der Sache orientiert, was wir wie unterstützen.

In einer Ergänzung zur Klageerwiderung legt das Innenministerium NRW am 20.5.15 nach. Pikanterweise unterschrieben von einem Herrn Freier wird Courage unterstellt „als vordergründig unverfängliche Organisation mit einer positiv besetzten Zielsetzung als Anbahnungsinstrument für die Gewinnung von Frauen für die MLPD“ zu dienen. Mit welchem Recht maßt sich die Behörde an, selbst als oberster Dienstherr des Verfassungsschutzes mit hinterhältigen Methoden bestens vertraut, Courage die ernsthafte kämpferische Interessenvertretung von Frauen abzusprechen. Die Behauptung Courage locke wie die böse Hexe die Frauen ganz unverfänglich an, um sie dann in den Ofen der MLPD-Mitgliedschaft zu stoßen, gehört ins Reich von Frauenfeindlichkeit und Diffamierung. Dagegen stellen wir klar: Es gibt in unserem Verband keine Mitgliedsfrauen, die hinterhältige Ziele verfolgen. Alle Frauen arbeiten auf der Grundlage des Programms, das eine „menschenwürdige, gerechte Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung von Mensch und Natur“ vorsieht. Und Frauen in Courage oder an Courage interessierte Frauen sind keine geistig minderbemittelten Wesen, die auf vermeintliche Hinterhältigkeit anderer Frauen reingefallen sind. Das erklären wir den Herren des Innenministeriums am Prozesstag in Düsseldorf. „In unserem 10-Punkte-Programm steht, dass wir uns zusammenschließen auf demokratischer, antifaschistischer, nicht partei- oder religionsgebundener Grundlage. Wir haben Frauen aus Parteien wie MLPD, Grünen-, SPD-, DKP- bzw. Linken-Mitgliedsfrauen in unseren Reihen und viele Parteilose. Wir beraten unsere Aktivitäten gleichberechtigt und entscheiden demokratisch – was daran Grund für Nennung im Verfassungsschutzbericht sein soll, müssen sie uns erstmal erklären.“ so Brigitte Gebauer, eine der drei Vorstandssprecherinnen des Frauenverbandes Courage, der seinen Verbandssitz in Wuppertal hat.

Verteidigen Sie mit uns zusammen die Überparteilichkeit des Frauenverbandes Courage!

Stärken Sie durch Teilnahme am Prozess und Prozessberichterstattung die breite Demokratie!

Prozessbeginn: am 16.06.2015 um 9.30 in Düsseldorf, Verwaltungsgericht Düsseldorf, Bastionstraße 39, Sitzungssaal V, Raum 342

Im Anschluss an den Prozess am 16.6. werden wir in unmittelbarer Nähe des Gerichts für Pressevertreter und Interessierte Rede und Antwort stehen.

Download Pressemitteilung Langfassung (PDF)
Download Pressemitteilung Kurzfassung (PDF)

Weitere Informationen beim Frauenverband Courage (Bundesverband)

Euer Streik ist ein Zukunftsstreik

Solidaritätserklärung des Frauenverbands Courage e.V. zum Streik der Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialbereich

Logo Frauenverband Courage
Logo Frauenverband Courage

Liebe Erzieherinnen und Erzieher, liebe Eltern,

der Frauenverband Courage beglückwünscht euch zu eurem mit übergroßer Mehrheit beschlossenen Streik – für die Zukunft, für unsere Kinder. Wir stehen voll hinter euch!

Seit Montag, 11.5. seid ihr mit eurer Gewerkschaft Verdi auf den Straßen und Plätzen in ganz Deutschland und tragt eure Forderungen lautstark, phantasievoll und kämpferisch auf die Straße. Ihr seid gut organisiert in eurer Gewerkschaft Verdi und ihr habt die Solidarität eines großen Teils der Bevölkerung – alles gute Voraussetzungen um die mehr als berechtigten Forderungen nach höherer Eingruppierung und mehr Lohn wirklich durchzusetzen.

Ihr streikt nicht gegen die Kinder und ihre Eltern, sondern eurer Streik ist geführt in der großen Verantwortung für die euch anvertrauten Kinder! Die Kinder sind unsere Zukunft – deshalb ist euer Streik ein Zukunftsstreik. Kinder brauchen feste Bezugspersonen, eine stabile und verlässliche Umgebung, um genauso stark und selbstbewusst zu werden wie ihr. Sie werden große Herausforderungen zu bewältigen haben – und ihr seid ihnen mit diesem Streik ein Vorbild im Kampf um eine lebenswerte Zukunft.

Die Bundesregierung hat vor Jahren den großzügigen Ausbau der Kinderbetreuung beschlossen, in den Medien das alles groß herausgestellt, doch bei der Finanzierung blieb sie gegenüber Kommunen und Eltern geizig: Es wurden einfach Gruppen vergrößert, die Bürokratie ausgebaut, weitere Flexibilisierung eingeführt – auf eurem Rücken und auf dem Rücken der Kinder. Ihr beweist täglich hohe Kompetenz und Verantwortungsbereitschaft. Und als Lohn soll euch strahlendes Lächeln eurer Kinder reichen? Wir sind voll einig auch mit der Forderung nach einer Höchstgruppengröße von 15 Kindern.

Der Frauenverband Courage fordert seit zwei Jahrzehnten die kostenlose und flächen-deckende wohnortnahe und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Wenn jetzt die Forderung aufkommt, die Eltern sollen einfach mehr bezahlen für die Betreuung ihres Nachwuchses, wollen wir doch mal genauer nachrechnen, für was Steuergelder in diesem Land eigentlich ausgegeben werden. Beim G-36-Gewehr, beim Riesenaufwand für den G7-Gipfel in Elmau oder beim Geld für völlig unsinnige Großprojekte ist ihnen nichts zu teuer – für unsere Kinder soll das nicht gelten? Die Lasten sollen Familien alleine stemmen – und da vor allem wieder wir Frauen!

In unseren Reihen sind viele Erzieherinnen und Frauen in Sozialberufen in dem Bewusstsein, dass wir nur organisiert und gemeinsam Zukunftsfragen bewältigen können Gesellschaftliche Probleme lassen sich nicht individuell lösen – erst unsere Organisiertheit verwandelt sich in Kraft!

Wir werden euch in vielen Städten besuchen und unsere Solidarität persönlich überbringen. Ihr könnt uns auch einladen! Wir sind sicher: die Frauenbewegung braucht mutige Frauen – mutige Frauen brauchen die Frauenbewegung – und da seid ihr im Frauenverband Courage an der richtigen Adresse.

Eure Bundesvorstandsfrauen

Download Solidaritätserklärung (PDF)

An vielen Orten solidarisieren sich die Eltern und unterstützen die Streikaktionen. So heißt es in einer Petition von Eltern:

Wir Eltern solidarisieren uns mit den ErzieherInnen, denn wir sind PartnerInnen in der Erziehung unserer Kinder. Welche Leistung täglich zu zweit oder allein eine Gruppe von 20-25 Kinder zu betreuen. Jedes einzelne Kinde lieb zu haben, zu trösten, zu ermutigen, zu unterstützen, emphatisch, geduldig und liebevoll zu sein. Und das alles unter Einhaltung der frühkindlichen Bildungspläne mit der entpsrechenden Dokumentionspflicht und den regelmäßigen Gesprächen mit den Eltern. Wir Eltern solidarisieren uns mit den ErzieherInnen, weil wir wollen, dass der Lohn für die Tätigkeit der Erzieherinnen Respekt ausdrückt und leistungsgerecht ist. Das jetzige Gehalt einer ErzieherIn ist respektlos, es liegt in der Regel sogar unterhalb des Gehaltes eines Maurers und in der Regel gibt es nur die Chance auf Teilzeitbeschäftigung. Ein respektloses Gehalt nachdem die ErzieherIn die vierjährige Ausbildung ohne irgendeine Ausbildungsvergütung selbst finanziert hat ….

Sie wollen mit ihrer Petition 50.000 Unterschriften erreichen und diese dann an die Verhandlungsführer des Verbands der kommunalen Arbeitgeber (VkA) übergeben.

Zur Petition

Weitere Informationen beim Frauenverband Courage (Bundesverband)

Petition: Öffnet die Grenze, Kobanê muss leben!

Emblem: Öffnet die Grenze, Kobanê muss leben!
Öffnet die Grenze, Kobanê muss leben!

Für einen humanitären Korridor nach Rojava – vorrangig für den Wiederaufbau von Kobanê!

Nach dem internationalen humanitären Völkerrecht fordern wir von allen Verantwortlichen, einen humanitären Korridor nach Rojava/ Syrien – insbesondere zum Wiederaufbau von Kobanê – zu gewährleisten. Wir fordern die türkische Regierung eindringlich auf: öffnen Sie die Grenze nach Kobanê dauerhaft! Schützen sie Hilfslieferungen sowie die Ein- und Ausreise von Aufbauhelferinnen und Aufbauhelfern über einen humanitären Korridor! Nicht nur für den Wiederaufbau von Kobanê , auch in alle umkämpften und gefährdeten Gebiete Rojavas muss die humanitäre Hilfe ungehindert fließen können.

Begründung

Nach dem internationalen humanitären Völkerrecht haben alle Menschen das Recht auf humanitäre Hilfe und Schutz. Allen Menschen steht umgekehrt das Recht zu, humanitäre Hilfe und Schutz zu gewähren.

Die Stadt Kobanê in Rojava (Westkurdistan/Syrien) befreite sich im Januar 2015 unter größten Opfern von den faschistischen Kräften des IS („Islamischer Staat“). Die gesamte demokratische Weltöffentlichkeit unterstützte und begrüßte diesen Prozess entschieden. Angesichts der aktuell erneuten Aggression des IS – nicht zuletzt gegen bedeutende Kulturgüter der Menschheit – gewinnt der Sieg von Kobanê umso mehr an Gewicht.

Der „IS“ hinterließ eine Spur der Verwüstung. Noch heute ist Kobanê zu 80 Prozent zerstört: Infrastruktur, Häuser, Schulen, Krankenhäuser… Weite Teile der Stadt sind vermint. Den zurückgekehrten Menschen fehlt es an Nahrungsmitteln, Wasser, Energie. Schon wird vor Seuchengefahr gewarnt. Die meisten der 300.000 Flüchtlinge aus der Stadt können noch immer nicht zurückkehren. Eine humanitäre Katastrophe droht.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt wollen sie wieder aufbauen. Unter schwierigsten Bedingungen erbringen sie bereits bemerkenswerte Anstrengungen dazu. Es fehlt aber an Strom, Wasser, medizinischer Versorgung, Räumgerät, Maschinen, Helfern …

Weltweit entwickelte sich eine immense Hilfsbereitschaft: Geldspenden, Werkzeug, Medikamente, medizinisches Gerät werden gesammelt. Zahlreiche Helferinnen und Helfer wollen den Wiederaufbau unterstützen.

Die Grenze zur Türkei ist der einzige mögliche Zugang nach Kobanê, denn es ist ansonsten immer noch von allen Seiten vom „IS“ umzingelt. Bis heute verweigert aber die türkische Regierung einen dauerhaften Zugang nach Kobanê, auch für humanitäre Hilfe. Durch das Embargo gegen Kobanê wird die internationale Solidarität und humanitäre Hilfe drastisch erschwert, großenteils unmöglich gemacht und dadurch Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Elend, Krankheit und Armut und weitere Flüchtlingsströme werden provoziert.

Nicht nur für den Wiederaufbau von Kobanê, auch in alle umkämpften und gefährdeten Gebiete Rojavas muss die humanitäre Hilfe ungehindert fließen können.

Wir bitten alle Menschen, Institutionen und Regierungen darum, dieses Anliegen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Die Petition ist auch auf Spanisch, English und Türkisch erschienen.