Gewalt an Frauen: Länderbericht Deutschland

Hier findet ihr den Länderbericht, die Präsentation, zum herunterladen: Bericht Gewalt gegen Frauen 2017

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – Länderbericht Deutschland:

Frauen und Mädchen erleben ein ganzes System gesellschaftlicher Unterdrückung.

Nicht wenige Mädchen und junge Frauen mühen sich ab, um im Wettbewerb „schön, schlank, sexy“ mithalten zu können, verlieren dabei oft ihr Selbstvertrauen oder werden wegen ihres Aussehens mit Hilfe der sozialen Medien gemobbt.

Immer mehr mutige, selbstbewusste junge Frauen wehren sich gegen Sexismus und Schönheitswahn oder dass Frauen als lust- und verkaufssteigernde Objekte betrachtet werden.

Sexismus, Belästigung und Gewalt an Frauen ist Alltag in Deutschland (siehe Grafik Seite 2):

„37 % der in Deutschland lebenden Frauen haben in ihrem Erwachsenenleben mindestens einmal körperliche und/oder sexualisierte Übergriffe erlebt; etwa jede siebte in Deutschland lebende Frau musste seit ihrem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante sexuelle Gewalt erleiden.“ (Gleichstellungsbericht 2017)

Die formale Durchsetzung der Leitlinie „Nein heißt Nein“ im Sexualstrafrecht ist ein hart erkämpfter Erfolg der Frauenbewegung, reicht aber gegen Gewalt an Frauen nicht aus.

Was nützen bundesweite Hilfetelefone, wenn zwei von drei hilfesuchenden Frauen von den Frauenhäusern abgewiesen werden müssen, weil die Finanzierung nicht gesichert ist? Geflüchtete Frauen und Mädchen, die in ihren Heimatländern oder auf Fluchtwegen von Gewalt und traumatisierenden Erfahrungen betroffen sind, erleben oft in Unterkünften wieder Gewalt und Rassismus.

Das Geschäft mit der Ware Frau blüht. Wir nehmen nicht hin, dass es ein selbstverständliches Recht sein soll, Frauen in der Prostitution sexuell zu benutzen und auszubeuten.
Wir fordern:

* Gemeinsam gegen Diskriminierung, Sexismus, Pornografie, frauenfeindliche Werbung, Prostitution und Gewalt an Frauen!

* Bestrafung sexueller Ausbeutung und Gewalt!

* Selbstbestimmungsrecht für alle Frauen und Mädchen – weltweit!

Sicherung der Finanzierung von Frauenhäusern – ausreichend Plätze und Personal! 

Courage  benennt auch diese Themen als „Gewalt an Frauen und Mädchen“:

  • Die strukturelle Gewalt gegen Frauen, die sie oft in psychisch und körperliche Verzweiflung bringt: Überlebenskämpfe in allen sozialen Berufen durch noch weniger als die üblichen 23% Lohn , ganze Berufsgruppen kämpfen, wie die Hebammen, Küchenpersonal, oder durch Werksschließungen „entsorgte“ Arbeiterinnen (die oft genug Alleinversorger der Familie sind).
  • Der Existenzkampf hier und global durch die einschneidenden Klimaveränderungen und schonungslose Profitkämpfe der Mächtigen – sie können von ihren Produkten nicht leben, haben kein Wasser oder zu viel davon usw…Frauen sind in der Regel diejenigen, die unter allen Bedingungen dafür sorgen, dass die Kinder, die gesamte Familie überlebt, gepflegt wird, sich die Dinge ändern…

 

Vorbereitung Aktionstag gegen Gewalt an Frauen: 5.10.2017

Donnerstag im Couragezentrum, offen für alle Frauen und Mädchen:
17 Uhr Internationales Frauencafé,
ab 17.30 Uhr sehen wir Videos und Fotos von unseren Straßenaktionen am „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“.

Dann diskutieren wir über die aktuelle Situation und die Erfahrungen der Frauen. Und wir planen, was wir dieses Jahr an dem Tag machen. Der 25.11. ist ein Samstag.
Unser Motto:
„Break the chains – Rise! Brecht die Ketten – Steht AUF!“
Wir Frauen sind keine Opfer, wir stehen auf!
Unsere Forderungen sind vielfältig. Wir klagen an, klären auf, tanzen, singen, diskutieren.
Wir stehen auf für den Weltfrieden und eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur.
Der 25. November ist auch ein gemeinsamer Kampf- und Aktionstag der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen:
„Wir werden eine Gesellschaft aufbauen, in der Frauen nicht diskriminiert, ausgebeutet und unterdrückt werden!“
Zur Geschichte: Am 25. November 1960 wurden drei der vier Schwestern Mirabal, Patria, Minerva und Maria Teresa, vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet. Ihre Untergrundaktivitäten ge¬gen die brutale Trujillo-Diktatur, unter der die Dominikanische Republik über 30 Jahre zu leiden hatte, waren ihnen zum Verhängnis geworden. Nur eine Schwester überlebte: Dédè, die seither den Widerstand ihrer Schwestern lebendig hält. Der Mut der Mirabal-Schwestern gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Rund 20 Jahre später wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: Beim ersten Latein-amerikanischen Frauenkongress in Kolumbien 1981 wurde dieser Tag zum Gedenken an diese drei Frauen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen.

Für die Familien und die Zukunft unserer Kinder: Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Am 22.9. war der Stahlaktionstag in Bochum. Es haben 7000 Stahlarbeiter und Unterstützer*innen zusammen demonstriert, diskutiert und beraten, was jetzt zu tun ist, um die Vernichtung von min. 4000 Arbeitsplätzen durch die Fusion Thyssenkrupp/Tata zu verhindern. Es waren auch Courage-Frauen da und haben sich solidarisch gezeigt.

Wir dokumentieren die Solidaritätserklärung des Frauenverbands Courage

Wir verurteilen die rechtswidrigen und sexistischen Polizeiübergriffe in Solingen!

„…Inzwischen  hatte  die  AfD Polizeiverstärkung angefordert, die mit  Blaulicht durch die belebte Düsseldorfer  Straße heranbrausten. Sie  verboten  unserem Trupp  auf  dem Rückweg  die

Fortsetzung  des  Straßenumzugs,  konfiszierten  unser  Mikrofon…Ein stämmiger Polizist packte die Spitzenkandidatin unserer Liste und Parteivorsitzende Gabi Fechtner gewaltsam am Genick und drängte sie in einen Hauseingang wie andere auch. Eine junge Frau wurde an der Brust von einem männlichen Polizisten in den  Hauseingang  geschoben.  Drei  Polizisten  rangen den Bundestagskandidaten Fritz Ullmann zu Boden, fesselten ihn (s. Foto), entnahmen ihm sein Handy und kündigten eine Anzeige wegen Paragraf  201 Strafgesetzbuch („Verletzung der Ver traulichkeit des Wortes“) an, weil er den unrechtmäßigen Polizeieinsatz filmen wollte!…