Antikriegstags-Demo 2019

Kommt am 2. September um 18 Uhr zur Kundgebung und Demo! Porschekanzel vor der Marktkirche. Mit offenem Mikro und Musik.

Aufruf des Frauenverbands Courage zum Antikriegstag 2019

Am 1. September 1939 überfiel das faschistische Deutschland Polen. Damit begann der II. Weltkrieg. Mit verheerenden Folgen: 60 bis 70 Millionen Tote, Millionen in Flucht und Exil getrieben, beispiellose Barbarei und Zerstörung.

Am 1. September 1957 demonstrierten mehrere Tausend Jugendliche in Frankfurt am Main gegen die Einführung der Wehrpflicht. 1966 beschloss der DGB-Gewerkschaftstag den 1. September zukünftig als Antikriegstag zu begehen.

„Wehret den Anfängen“ – dies schworen sich 1945 Frauen verschiedenster parteipolitischer und weltanschaulicher Ansichten und arbeiteten in antifaschistischen Frauenausschüssen zusammen. Frauen waren im Kampf gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands und gegen die atomare Aufrüstung eine unübersehbare Kraft.

Frauen und Mädchen sind in besonderem Maß Leidtragende von Kriegen. Sie sind sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ausgesetzt bis hin zu Verschleppung, Zwangsprostitution und Versklavung. Sie werden mit ihren Familien in die Flucht getrieben. Auf der Flucht, auch in den Flüchtlingsunterkünften Europas, erleben sie erneut Gewalt, Erniedrigung, fehlenden Schutz und mangelhafte Gesundheitsversorgung. Frauen auf der ganzen Welt gehören aber auch zu den aktivsten Kräften im Kampf um den Frieden und in der Verteidigung ihrer Errungenschaften wie in Nordsyrien/Rojava.

Heute spitzt sich an Brennpunkten wie Syrien, dem Nahen Osten, dem persischen Golf oder Venezuela die Gefahr direkter Kriege zwischen den imperialistischen Mächten zu. Hauptverantwortlich dafür ist der US-Imperialismus mit Trump als provokativem Zündler an der Spitze. Handelskriege werden verschärft und zugleich Vorbereitungen getroffen, um den weltweiten Konkurrenzkampf um Rohstoffe, Macht, Märkte, Profit und Einflussgebiete mit kriegerischen Mitteln fortzusetzen. Nach Daten des Forschungsinstituts SIPRI waren die weltweiten Militärausgaben 2018 so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Allein zwischen 2017 und 2018 sind sie um 2,5 % gestiegen. Laut SIPRI fließt viel Geld in die Entwicklung neuer biologischer Waffensysteme. Und mit der Kündigung des INF-Vertrags, der atomare Mittelstreckenraketen zwischen den USA und Russland begrenzen sollte, wird eine neue Runde der atomaren Hochrüstung eingeläutet.

Der faschistische türkische Staat droht offen mit dem Angriff auf ganz Rojava/Nordsyrien. Die Besetzung von Afrin 2018 zeigt, was das bedeutet: Vertreibung der ansässigen Bevölkerung, insbesondere der Kurd*innen, Wüten islamistischer Banden, Abschaffung aller in Rojava seit 2012 errungenen demokratischen Strukturen und einmalig auf der Welt erkämpften Frauenrechte.

Ein Teil der Friedensbewegung verbreitet Hoffnung in das angebliche „Friedensprojekt Europa“. Fakt ist: Frankreich, Großbritannien und Deutschland gehören zu den zehn Ländern mit den höchsten Militärausgaben weltweit. Frankreich und Deutschland gehören mit Platz 3 und 4 zu den fünf größten Waffenexporteuren der Welt. Die Armeen der „Friedensmacht“ Europa sind in zahlreiche Kriegseinsätze wie in Afghanistan oder Mali verwickelt. Der Aufbau gemeinsamer militärischer Strukturen wird verstärkt vorangetrieben. Die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin und neue Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen erklärte bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2019: „Es geht um ein Europa, das auch militärisch mehr Gewicht in die Waagschale werfen kann. (…) Wir haben uns politisch aufgemacht, eine „Armee der Europäer“ zu schaffen! (…) Der Aufbau von Fähigkeiten und Strukturen ist das eine. Das andere ist der gemeinsame Wille, das militärische Gewicht auch tatsächlich einzusetzen, wenn es die Umstände erfordern.“ So wird derzeit  diskutiert, sich an der Freihaltung von  Handelswegen durch die Straße von Hormus mit europäischem Militär zu beteiligen.

Seite an Seite mit der Jugend- und der Arbeiterbewegung bekräftigen wir Courage-Frauen als Teil der internationalen, kämpferischen Frauenbewegung an diesem Antikriegstag unsere Verantwortung für den Weltfrieden und den aktiven Widerstand gegen Militarisierung und Krieg!

Beim 12. Frauenpolitischen Ratschlag, der vom 1. bis 3. November 2019 in Erfurt stattfindet, gibt es Gelegenheit diese Fragen zu vertiefen und Erfahrungen mit internationalen Gastfrauen auszutauschen.

Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.frauenpolitischerratschlag.de
und unter www.fvcourage.de

 

Frauen und Mädchen – beteiligt euch an den Aktivitäten zum Antikriegstag 2019!

Setzen wir uns ein gegen Rüstungsexporte an unterdrückerische Regime und für das Verbot und die Vernichtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen!

Schließen wir uns über Ländergrenzen hinweg zusammen gegen alle Kriegstreiber und alle Militäreinsätze und Kriege um Rohstoffe, Macht, Einflussbereiche und Profit!

Hände weg von Rojava!

Organisieren wir uns für eine lebenswerte, gleichberechtigte Zukunft ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Umweltzerstörung und Krieg – über Ländergrenzen hinweg!