Ein Band der Solidarität nach Lesbos/ Moria

UPDATE 16.4.2020: Aktueller Spendenstand 29.548 Euro!!!!

Liebe solidarische Menschen in Essen,

ab heute bis Ende April startet der Frauenverband Courage e.V. bundesweit eine Soforthilfeaktion für die Flüchtlinge und BewohnerInnen auf Lesbos/ Griechenland, gemeinsam mit „Solidarität International“. Wir Frauen von Courage Essen organisieren die Aktion in Essen. Couragefrauen aus Essen berichten über den gefährlichen Mangel an Schutzmaßnahmen und auch viel zu wenig Tests bei ihrer Arbeit in Kliniken, Altenheimen, häuslicher Pflege hier. Sie kämpfen darum und viele müssen erst lernen, sich selbst zu organisieren. Unsere Ortsgruppe hilft ihnen dabei. Und trotzdem unterstützen viele dieser Frauen das Projekt der Soforthilfe für die Menschen auf Lesbos aus vollem Herzen. Über 120 Städte und Kommunen sind bereit, Flüchtlinge aufzunehmen und dürfen nicht. Hotels und Pensionen stehen leer. Gerade mal 50 Kinder will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Ein Armutszeugnis, oder? Corona kennt keine Grenzen, wir auch nicht.

Deshalb hier der Aufruf zur Soforthilfe für Flüchtlinge und BewohnerInnen auf Lesbos!
Ein Band der Solidarität über Grenzen hinweg knüpfen!
Soforthilfe für Flüchtlinge und Bewohner der Insel Lesbos/Griechenland!
Auflösung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln der Ägäis!

42 000 Geflüchtete, davon 5000 Kinder, sind unter erbärmlichsten Bedingungen in den völlig überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln zusammengepfercht, 20 000 allein in Moria auf Lesbos. Ihre Lage spitzt sich täglich zu. Einen wirksamen Schutz gegen das Corona-Virus gibt es nicht – eine tödliche Bedrohung. Die Lager müssen sofort aufgelöst und alle Flüchtlinge in sicheren Orten untergebracht werden.

Einheimische und Flüchtlinge organisieren sich gemeinsam
Ausländische Hilfsorganisationen zogen fast alle ihre Helfer*innen ab. Griechische Freiwillige, Bewohner/*innen von Lesbos und Flüchtlinge arbeiten zusammen. Sie halten nach Möglichkeit Ordnung im Lager, lehren die Kinder so gut es geht hygienische Maßnahmen einzuhalten, unter diesen Bedingungen fast ein Unding. Sie halten das Leben notdürftig aufrecht. Michalis Aiwaliotis, seit Jahren ehrenamtlicher Helfer im Lager Moria, berichtet von drei Projekten: Nähen von Gesichtsmasken, Organisierung von Tankwagen mit Trinkwasser, Beschaffung von Hygieneartikeln und Lebensmitteln und Seifenproduktion aus Olivenkernen.
Diese Selbstorganisation braucht unsere dringende Unterstützung. Jetzt sofort!

Die Solidaritäts- und Hilfsorganisation „Solidarität International“ hat mit der Selbstorganisation der Flüchtlinge und Bewohnern auf Lesbos „OXI – Lesbos resists Corona“ einen Solidaritätspakt geschlossen. Er enthält die Verpflichtung, sowohl politisch für die sofortige Auflösung der Lager einzutreten als auch nach Kräften sofortige, konkrete Hilfe zu leisten. Eine Spendensammlung läuft schon seit einigen Tagen gut an, die ersten Beträge sind überwiesen.
Der Frauenverband Courage unterstützt dieses Projekt aus vollem Herzen!
Das Nähprojekt ist bereits erfolgreich, braucht aber noch viel mehr Nähmaschinen, Stoff und Zubehör.
Der Frauenverband Courage hat sich verpflichtet, eine bundesweite Nähmaschinen- und Stoffsammlung zu organisieren. Von Hamburg aus wird der Transport starten, sobald die erste Palette voll ist!
Sicher gibt es noch eine funktionierende Nähmaschine in Kellern, die so eine sinnvolle Verwendung bekommen. Oder Stoff und Nähzubehör (Garn, Gummiband, Schrägband, Scheren, Nähmaschinennadeln usw.).
Spendet funktionierende Nähmaschinen, Stoffe und Nähzubehör für das Nähen von Gesichtsmasken!
Auch selbst hergestellte Gesichtsmasken sind willkommen. Courage-Frauen werden unter den schwierigen Bedingungen der Ausgangsbeschränkungen an ihren Orten unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen dafür sorgen, dass die gespendeten Gegenstände abgegeben werden können oder abgeholt werden. Sie sorgen für ordnungsgemäße Verpackung für den Transport nach Moria. Auch Geldspenden für die Transportkosten oder für Einkäufe vor Ort sind willkommen. Spenden können direkt überwiesen werden auf folgendes Spendenkonto:
Solidarität International e.V.
Frankfurter Volksbank
DE86 5019 0000 6100 8005 84
Stichwort „Moria/Lesbos

Weitere Infos auf den Webseiten www.solidaritaet-international.de und www.fvcourage.de

Meldet euch bei uns, wenn ihr Sachspenden habt. Teilt uns mit, ob ihr sie selbst bei uns im Couragezentrum abliefern könnt oder wir sie abholen sollen. Wir machen dann einen Termin dafür aus.
Frauenverband Courage e.V., Ortsgruppe Essen, Mail: ed.egaruocvf@nesse-egaruocvf, Tel: F. Cosmo 0201-581319 oder S. Keil 0201-556323

 

Corona – Hilfe bei Gewalt an Frauen und Kindern nimmt in Krisen zu – wendet euch an uns oder diese Hilfe-Adressen:

Wichtige Nummern: 

Hilfetelefon bundesweit mit Chat oder E-mail unter Hilfetelefon.de oder Tel. 08000116016

Notruf und Beratung in Essen für Frauen nach sexualisierter Gewalt | Telefon 78 65 68,  Frauen helfen Frauen Essen e. V., Zweigertstraße 29 | 45130 Essen, Tel. 78 65 68
Notruf der Polizei | Telefon 110, Wenn Sie eine Anzeige erstatten wollen Kriminalkommissariat KK 12 | Telefon 82 91 310
Opferschutzbeauftragte der Polizei | Telefon 82 91 278

Medizinische Untersuchung für die Beweissicherung vor Gericht Uniklinikum | Gynäkologische Ambulanz
Hufelandstraße 55 | 45147 Essen | Telefon 72 33 570

Sonstige medizinische Untersuchungen in einer gynäkologischen Praxis oder Ambulanz
aller Essener Krankenhäuser

Unterkunft nach einer Vergewaltigung in Ehe oder Partnerschaft
Frauenhaus | Frauen helfen Frauen Essen e. V. (24 Std) | Telefon 66 86 86

Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung
Arbeiterwohlfahrt | Lore Agnes Haus, Lützowstraße 32 | 45141 Essen | Telefon 31 053

Sonstige Anlaufstellen
Versorgungsamt (Opferentschädigung) | Telefon 89 88 313

Für gründliche, kostenlose medizinische Versorgung, für eine Gesellschaft, in der der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht!“ (Courage-Programm)

Corona-Virus… kritische Überlegungen! PDF Drucken E-Mail

Nach CDU-Wirtschaftsminister „Altmaier handelt es sich beim Corona-Virus um die größte Herausforderung in der deutschen Nachkriegsgeschichte.“
Natürlich ist jede/r einzelne aufgefordert, ernsthaft entsprechende Hygiene und vorbeugende Schutzmaßnahmen zu ergreifen! Doch inzwischen ist die Ausbreitung des Corona-Virus zu einem gesellschaftlichen, weltweiten Gesundheitsproblem geworden, sodass besonders Regierungen, Gesundheitsbehörden, Industriebetriebe, Großveranstalter usw. in der Verantwortung stehen.

14. März 2020: Die deutsche Regierung hat „einstimmig und in einem beispiellosen Schnellverfahren“ für Industrie und Konzerne riesige finanzielle Erleichterungen und Subventionen beschlossen. Dafür gab es genauso schnell ein Lob von der Industrie- und Handelskammer: „DIHK-Präsident Schweitzer nannte das Paket ein wichtiges Signal“. Obwohl es schon seit 2018 Einbrüche in der Industrieproduktion gibt, wird jetzt so getan, als sei das Corona-Virus die Ursache für den weltweiten Rückgang der Produktion oder anstehende Massenentlassungen. 
Auch Schulen und Kitas wurden geschlossen, unzählige Veranstaltungen abgesagt, Besuch im Krankenhaus oder Seniorenzentrum eingeschränkt, Hygiene-Regeln aufgestellt. Genau richtig!

Doch tauchen immer mehr Fragen und Widersprüche auf:
– Warum hat die Pharmaindustrie schon länger die Produktion von Medikamenten ins Ausland, vor allem nach Asien verlagert? Weil sie dort viel billiger ist wegen der unmenschlichen Löhne und Arbeitsbedingungen.
– Warum fehlt es an Mundschutz, Desinfektionsmittel und anderen Hygiene-Artikeln, aber vor allem an ausreichenden Krankenhausbetten, Ärzt/innen und Pflegepersonal? Weil seit Jahren das Gesundheitssystem in Deutschland immer mehr wirtschaftlichen und bürokratischen Interessen unterworfen wird: Nicht der (kranke) Mensch mit bestmöglicher Versorgung und ausreichenden Pflegekräften steht im Mittelpunkt!
– Warum werden Konzerne und Industriebetriebe mit staatlich finanzierten Erleichterungen derart in den Fokus gerückt und nicht die betroffenen Arbeiter/innen? Weil vor allem die Profite geschützt werden. Die Arbeiter/innen sollen weiterarbeiten, sind von Kurzarbeit (bezahlt aus der Arbeitslosenversicherung) oder sogar von Arbeitslosigkeit bedroht.
– Warum erhalten Tagesmütter keine Auskunft, „ob sie mit Zahlungsausfällen rechnen müssen“? Warum gibt es „Appelle, auf Rückzahlung der Eintrittsgelder für ausgefallene Konzerte zu verzichten“ und diese zu spenden? Weil Steuergelder vornehmlich an die Großen verteilt werden. Bei den kleinen Leuten wird auf Solidarität gesetzt: „Das Virus testet den Zusammenhalt der Gesellschaft.“ (Alle Zitate: WZ 14.3.20)

Ja, dabei gibt es zwei Seiten des Problems: einerseits Angst und persönlich z.B. durch sogenannte Hamsterkäufe vorsorgen zu wollen, andrerseits große Besonnenheit und solidarische Unterstützung!
Millionen Frauen und Familien stehen vor neuen Herausforderungen, ihr Alltag verändert sich schlagartig: Kitas und Schulen sind geschlossen – wer versorgt die Kinder, während die Eltern arbeiten? Wie werden Infizierte in häuslicher Quarantäne versorgt usw.? Und wie können sich Frauen engagieren für eine lebenswerte Zukunft der Kinder? Werdet mit uns aktiv im Frauenverband Courage „für gründliche, kostenlose medizinische Versorgung, für eine Gesellschaft, in der der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht!“ (Courage-Programm)

Es ist beeindruckend, wie umsichtig die meisten Menschen mit der Situation umgehen: Insgesamt reagieren sie sehr verantwortungsvoll… aber auch fantasievoll, wie momentan in Italien, wo sie wegen des Virus das Haus nicht mehr verlassen dürfen: Sie gehen raus auf ihre Balkone, lassen sich nicht unterkriegen und singen zusammen über Balkongrenzen hinweg.

Was für eine Botschaft – Solidarität kennt eben keine Grenzen!
Linda Weißgerber, Courage-Wuppertal

 

Couragezentrum bis Mitte April geschlossen!

#CoronaUndWir:

Das Mädchen- und Frauenzentrum Courage Essen e.V.  schließt bis Mitte April!

Liebe Frauen und Mädchen, liebe MitstreiterInnen und Nutzerinnen des Couragezentrums Essen e.V., 

wir schließen unser Zentrum für öffentliche Veranstaltungen und für Feiern und Feste aller Art. Wir schließen es zum Schutz aller NutzerInnen, Gäste und auch von uns selbst.

Schon in der Vorbereitungszeit zum 8. März, dem Internationalen Frauentag in diesem Jahr haben wir die bekannten Schutzmaßnahmen gegen CORONA praktiziert.
Wir haben meist geschafft, dass wir uns nicht umarmten.

Auch bei unserem Weltfrauenfest im Unperfekthaus wurde das Bewusstsein für sorgsamen Umgang mit der Corona-Krise geschärft, aber noch nicht ganz durchgehalten. Das ist auch kaum machbar bei solchen Veranstaltungen der Solidarisierung, der gemeinsamen Kundgebung beim Singen und Tanzen. Unsere kreativen Ideen zur Begrüßung und Verabschiedung oder auch Danksagung, wie z.B. diese, oder Fußspitzenberührung, Hand aufs Herz mit Verbeugung wurden auch andernorts gerne angenommen – aber selten durchgehalten.

Unter den Bedingungen der verschärften Lage in der Corona-Krise  haben wir uns auch deswegen schweren Herzens entschlossen, unser Zentrum für erst einmal einen Monat zu schließen. Mit Sicherheit wird ein großer Teil auch der Essener Bevölkerung sich infizieren, das ist zumindest die Prognose. Jetzt geht’s darum, diese Infizierungswelle zu verzögern, damit eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden kann. Das wird nicht einfach, da unser Gesundheitssystem von Krankenkassen bis Krankenhäusern mit Profitstreben als höchster Priorität  geführt wird. Das fällt jetzt voll auf die Gesellschaft, auf die Politik und letztlich auf die Bevölkerung zurück. Wir kämpfen, trotz und gerade wegen Corona gegen die Privatisierung des Gesundheitswesens!

Ausgenommen von der Schließung unseres Zentrums sind interne Treffen von Gruppen oder Initiativen mit kleiner TeilnehmerInnenzahl. Dieser Entschluss beruht auf dem Vertrauen, dass sie selbst großes Interesse am Schutz ihrer TeilnehmerInnen, unseres Zentrums und gegen eine rasante Ausbreitung von Corona haben.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, Hilfe braucht oder welche geben wollt, meldet euch einfach per Mail: ed.egaruocvf@nesse-egaruocvf, Facebook: Frauenverband Courage Essen oder über www.nebenan.de.

In diesem Sinne, bleibt gesund und in Kontakt, bis bald!
Herzliche Grüße vom Mädchen- und Frauenzentrum Courage Essen e.V.,
i.A. Susanne Keil