Spendenstand Moria: 65.415,78 Euro! Erste Sachspenden sind angekommen!

Sonntag, 10.Mai 2020: Erste Sachspenden aus Deutschland im Lager Moria eingetroffen Ein herzliches Dankeschön hat uns aus Moria erreicht. Die ersten Sachspenden, die Courage gesammelt hatte, sind wohlbehalten in Moria angekommen. Sie wurden mit großer Freude entgegen genommen und sofort ihrer Bestimmung übergeben. Nähmaschinen und -utensilien, Mund-Nasen-Masken und Hygieneartikel konnten verteilt werden und dienen jetzt der Verbesserung der hygienischen Situation im Lager. „Ärzte ohne Grenzen“ sind im Lager zurück, betreiben Aufklärungsarbeit zum Corona-Schutz und es wird gegen grassierende Krätze desinfiziert. Wir bitten weiter um Geldspenden für die Akuthilfe im Lager Moria/Lesbos auf das Spendenkonto von SI. kommen!

Apell: „Infektionsschutz für ALLE!“, unterschreibt auf der website „Flüchtlingsrat NRW!“

 

Die von Isolation, gesellschaftlicher Ausgrenzung und räumlicher Enge geprägten Landeseinrichtungen sind nicht nur in Pandemiezeiten ungeeignet zur Unterbringung von Menschen, die oftmals eine traumatisierende Fluchtgeschichte hinter sich haben. Dieses System wurde bereits in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Nachdem das Flüchtlingsministerium auf eine schriftliche Intervention des Flüchtlingsrates NRW zur aktuellen Notlage in den Landeseinrichtungen nicht reagiert hat, fordern wir das Land NRW nun öffentlich und insbesondere vor dem Hintergrund der Gefahr einer zweiten Infektionswelle auf, die Massenunterbringung auf Landesebene aktuell zu beenden und auch langfristig entsprechende Konsequenzen zu ziehen. 
 
Massenunterkünfte führen zu Ab- und Ausgrenzung. Sie erschweren Teilhabe und Selbstbestimmung und fördern das Konfliktpotenzial nach innen und außen. Derzeit sind Asylsuchende durch die Unterkunftsbedingungen zudem in besonderem Maße durch das CoronaVirus bedroht. In einigen Landeseinrichtungen hat sich das Virus bereits rasant ausgebreitet. Die in diesem Zuge verhängte Vollquarantäne ganzer Einrichtungen lehnen wir kategorisch ab. Sie stellt ein unnötiges Infektionsrisiko und einen unverhältnismäßigen Freiheitsentzug für einen Großteil der Betroffenen dar. Immer mehr Verwaltungsgerichte, zuletzt das VG Münster, haben bereits in Eilverfahren gegen die Unterbringung in Massenunterkünften, die u.a. nicht die erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen gewährleisten können, entschieden.  Deshalb fordern wir die sofortige Entzerrung der Unterbringungssituation als ersten notwendigen Schritt durch dezentrale Unterbringung mit Einzelbelegung auf Landes- und kommunaler Ebene.  
 
Vollkommen unzumutbar ist die Unterbringung in Massenunterkünften für vulnerable Personen, da keine bedarfsgerechten Lebensverhältnisse gewährleistet werden können. Aktuell bedeutet die Unterbringung in den Landeseinrichtungen für kranke Menschen, die zur Risikogruppe gehören, eine Gefahr für Leib und Leben. Quarantänemaßnahmen können bei psychisch vorbelasteten Menschen retraumatisierend wirken und die Suizidalität fördern.  Deshalb fordern wir die sofortige Evakuierung und kommunale Zuweisung vulnerabler Personen. Hier gilt es, individuelle und bedarfsgerechte Lösungen zu finden.  
 
Für Kinder und Jugendliche bedeutet die lange Aufenthaltszeit in Sammelunterkünften eine erhebliche Missachtung ihrer Rechte. Ihnen wird dort beispielsweise das Recht auf Schulbildung vorenthalten. Es gibt keine kindgerechte Unterbringung in Massenunterkünften! Aufgrund der Corona-Pandemie sind Freizeitangebote gestrichen und Freiflächen auf dem Gelände dürfen nicht zum Spielen genutzt werden. Sie müssen einen Großteil der Zeit mit den Eltern im beengten Schlafraum verbringen.  Deshalb fordern wir die sofortige kommunale Zuweisung von Familien mit Kindern.  Eine weitere Verzögerung bei der Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen gefährdet die Menschen in den Landeseinrichtungen und die Effektivität des gesamtgesellschaftlichen Ziels, die Rate der Neuinfektionen weiter zu senken. Die Landesregierung muss jetzt handeln und darf die Gesundheit geflüchteter Menschen nicht länger gefährden. Infektionsschutz für alle!

Da wir den Appell als parteipolitisch unabhängig verstehen, haben wir uns entschieden, die Unterzeichnung durch Parteien nicht zuzulassen. Wir bitten um Verständnis.

ErstunterzeichnerInnen:

Weitere unterzeichnende Organisationen/Initiativen

Zudem haben bisher 70 Einzelpersonen den Appell unterzeichnet (Stand: 29. Mai 2020).

 

 


Appell jetzt unterzeichnen!

Hinweis: Um Missbrauch vorzubeugen, kann der Appell pro E-Mail Adresse nur einmal unterzeichnet werden.

 

Nehmen wir sie beim Wort: 16 Bundestags-abgeordnete über Parteigrenzen hinweg fordern Sexkaufverbot!Wir schon lange!

 

 

Courage ist seit langem aktiv in der Bewegung für ein Sexkaufverbot= Bestrafung der Freier, aktive Ausstiegshilfe für die Prostituierten.

Unter der Rubrik „Prostitution“ auf dieser Seite könnt ihr unseren Vortrag dazu lesen, als Powerpont- Präsentation bei uns anfragen.

Mit der Legalisierung der Prostitution als „Arbeit wie jede andere“ 2002 und dem Prostituierten-„schutz“gesetz 2017 wurde Deutschland (und schwerpunktmäßig NRW) zum Paradies für Bordellbetreiber und Zuhälter. Für die Frauen Zwangsprostitution, Gewalt, Demütigungen, Kriminalisierung. Bis zu 90 Prozent der Prostituierten in Deutschland sind Armutsprostituierte, geschätzt 150 000 Frauen aus osteuropäischen Ländern und inzwischen vermehrt afrikanische Frauen. Sie kommen nicht „freiwillig“ für diesen Job – und sie bleiben nicht freiwillig!

Mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens wurden auch die offiziellen Bordelle geschlossen. Die betroffenen Frauen stehen auf der Straße, ohne Wohnung, Versorgung und Absicherung. Die Frauen werden bewusst auf den Straßenstrich gedrängt, von den Bordellbetreibern in Wohnungen gebracht und mit Dumpingpreisen zu Sex ohne jeden Schutz gezwungen. Bordellbetreiber und ihre festangestellten Mitarbeiter haben in der Corona-Krise Anspruch auf Kurzarbeitergeld oder Unterstützung, die Frauen bleiben ohne Absicherung.

Die Forderung der 16 Bundestagsabgeordneten ist mutig und die kämpferische Frauenbewegung gefordert, sie beim Wort zu nehmen. Der Staat verdient an der Prostitution Millionen, – Steuereinnahmen…daher gab es bisher kein Interesse an einer Änderung der Legalisierung der Prostitution, der unseren Kindern erlaubt, sich als Berufswahl für Bordellbesitzer oder Prostituierte zu entscheiden.

Jetzt ist die Zeit, das Sexkaufverbot als Gesetz nach dem schwedischen Modell durchzusetzen – MACHT MIT! Meldet euch bei uns, wenn ihr Interesse an gemeinsamen Aktionen, Veranstaltungen, Diskussionen dazu habt!