Mundschutz JA- Maulkorb NEIN!

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Solidaritätserklärung für Kristin Zuber 1. Mai 2021

 Hallo zusammen,

ich bin Susanne Keil und habe von meiner Couragegruppe den Auftrag, euch alle hier und heute, bei unserer Kundgebung zum 1. Mai 2021, zur Solidarität mit unserer Couragefrau und verdi-Gewerkschafterin  Kristin Zuber aufzurufen.

Kristin ist Intensivkrankenschwester und arbeitet im Prosperhospital in Recklinghausen.

Dort wurde sie zwangsversetzt, weil sie die amtlich festgelegten Pausen beim Tragen von FFP2 Masken fordert! Sie ließ sich das nicht gefallen und ist vor Gericht gegangen.

Am 6. Mai ist die zweite  Verhandlung beim Arbeitsgericht in Herne, denn eine Einigung gibt es bisher noch nicht.

Kristin, ihre Gewerkschaft verdi und wir geben nicht auf.

Die Klinikleitung versichert zwar, dass Maskenpausen jetzt in den Arbeitsablauf eingeplant würden. Aber sie setzt es nicht um.

Das kennen wir schon seit dem Kampf ums Frauenwahlrecht und fordern: Taten statt Worte!

Die Klinikleitung hat Kristin inzwischen auch ein „Angebot“ gemacht.  Ein Angebot, das sie nur ablehnen konnte: Sie soll sich öffentlich nicht mehr über ihre Zwangsversetzung äußern – dann wäre eine Rückversetzung in die Intensivstation möglich. Das ist ein Maulkorb. Wir fordern:

Mundschutz JA, Maulkorb NEIN!

Seit Monaten hören wir von den Regierungen, dass wir nur alle gemeinsam die Pandemie besiegen können. Tatsächlich aber ist es doch so, dass nur wir, die einfachen Menschen überall kontrolliert werden, ob wir die Schutzmaßnahmen einhalten, nicht aber die Betriebe und ihre Leitungen!

Wir Couragefrauen kennen sehr viele Menschen, die um die Maskenpause kämpfen, meist in kleinen Betrieben ohne Gewerkschaft. In Arztpraxen, Supermärkten, Lagern.

Sie hören ständig:

„Du kannst gerne Maskenpausen machen, aber das zählt dann nicht zur Arbeitszeit…“

Meine Physiotherapeutin zum Beispiel müsste demnach statt acht Stunden zehneinhalb Stunden auf der Arbeit sein. Also:

Zweieinhalb Stunden arbeiten ohne Lohn. Das ist ein Hohn!

Maskenpausen sind keine Arbeitspausen, sie sollen für notwenige Arbeiten ohne Maskenpflicht und riskantem Kontakt zu Menschen genutzt werden. Genauso sieht das auch Kristin. Dafür wurde sie zwangsversetzt und bekommt Redeverbot. Das geht gar nicht!

Wir haben gelernt:

Um uns selber müssen wir und selber kümmern, und wer kämpft kann gewinnen!

Ein Erfolg von Kristin Zuber im Kampf gegen ihre Klinikleitung  stärkt uns alle, überall und jeden Tag  – gegen die Pandemie und andere Krisen, für unsere Zukunft.

Wir unterstützen Kristin Huber aus vollem Herzen – seid ihr dabei?

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Einstimmig verabschiedet von ca 80 TeilnehmerInnen der Stadtteilkundgebung zum 1. Mai in Essen-Frohnhausen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für Eure Krisen – Wir kämpfen um unsere Zukunft

Persönlich übergeben am 6. Mai bei der Protestkundgebung zum Prozess „Kristin gegen Krankenhausleitung“