Sommerprogramm Courage Essen

Wir haben festgestellt, dass die gesellschaftlichen Probleme und Widersprüche, die im 10- Punkte – Courageprogramm stehen, gerade jetzt in der Corona-Krise verschärft, wie in einem Brennglas hervortreten. Vertieft werden sie noch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise.

Dabei haben wir uns mit 3 Themen intensiver befasst und wollen sie mit euch und dem Bundesvorstand bei den Frauen-Mitbring-Frühstücken vertiefen und Forderungen weiter entwickeln:

  1. Corona, Mensch oder Proftit, „Vereinbarkeit“ Beruf und Familie:

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Für Lockerungen der Einschränkungen gegen Neuinfektionen und finanzielle Soforthilfen durch den Staat mit unseren Steuergeldern muss der Maßstab der Mensch und nicht der Profit sein!

>Nicht die Monopole wie Lufthansa oder VW unterstützen, sondern Familien, Pflegeberufe, Kleingewerbe, Selbständige!

63 Prozent der Familien machen täglich Homeschooling, müssen Lehrerin sein neben ihrem Beruf, oft noch im Homeoffice oder mit Pflege Angehöriger.

82 Prozent davon sind Frauen. Die Mehrheit unserer Couragefrauen ist betroffen, ist am Ende, viele Kinder ohne Internetanschluss, Angst vor Jobverlust…oder vor Ansteckung im Job wegen fehlendem Schutz.

>Wir wollen Lockerung, aber mit Covid-19-Tests und echten Schutz für alle!

>Wir unterstützen berechtigte Streiks, Proteste, Demos – wenn sie um unsere Lebensinteressen gehen, wie die des Personals in Pflege, Schule, Kitas – oder für die Umwelt wie in Datteln gegen Kohlekraftwerk oder der Belegschaften gegen Massenentlassungen…

  1. Gewalt an Frauen und Kindern:

Die Corona-Pandemie zeigt, wie nötig und richtig das Verbot von Sexkauf, der Schutz und die Hilfe für Prostituierte ist. Solange Frauen und Mädchen legal und öffentlich wie eine Ware angeboten werden dürfen, wird sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern eher als normal oder persönliches Schicksal angesehen.

>Wir verbreiten und unterstützen den offenen Brief „Frauenmord ist kein Einzelfall und kein Versehen!“

>16 Bundestagsabgeordnete über Parteigrenzen hinweg fordern Sexkaufverbot! Wir schon lange! Nehmen wir sie beim Wort!

>Umsetzung der Istanbul-Konvention! Ausbau Personal und Raum von Frauenhäusern!

>Bessere Ausbildung zur Sensibilisierung und Handlungsfähigkeit von Erzieherinnen, Lehrerinnen, Pflegepersonal, Jugendamts- und Polizeipersonal! Einfühlsame und konkrete Hilfsangebote von Familienhelferinnen.

  1. Flüchtlinge und MigrantInnen sind keine Menschen 2. Klasse!

Die Moria- Soliaktion war eine wichtige und erfolgreiche Sache. Auf unserer Homepage erfahrt ihr mehr darüber! Flüchtlinge organisieren sich selbst, kämpfen gemeinsam mit Soligruppen. So konnten sie die ersten Evakuierungen aus den Massenlagern in Deutschland durchsetzen.

Im Erstaufnahmelager NRW in Essen/ Fischlaken (800 Menschen) wurde jetzt die erste Covid19-Infektion bekannt. Das Lager ist versteckt, ohne Außenkontakte. Deshalb wollen wir es besuchen und schauen, was und wie wir was tun können. Mit der Corona-Krise erfahren auch viele unserer Frauen rassistische Angriffe, Menschen mit anderer Hautfarbe, asiatisch Aussehende werden als Verursacher der Pandemie beschimpft…

>Auflösung der Massenunterkünfte, der Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) und der Ankerzentren in Deutschland! 

>Wir unterstützen den Apell vom Flüchtlingsrat NRW und PA Essen: „Infektionsschutz für alle!“ (unterschreiben auf der website von Flüchtlingsrat)

>Wir fordern: Essen muss sicherer Hafen werden!

>Besonderer Schutz für geflüchtete Frauen. Medizinische (z.B. Binden, Wickelzeugs, Pille usw), und psychologische Versorgung nach traumatischen Erlebnissen ist Menschenrecht!

Unser Herz schlägt international. Rassismus, Faschismus, Sexismus – NoGo!

#BlackLivesMatter #AllCouloredLivesMatter  Now and every Day!