Aktuelles vom Courage- Bundesvorstand

“Wir leben in aufwühlenden Zeiten. Imperialistische Kriege und kapitalistische Krisen treiben die Menschen massenhaft zur Flucht. Die Menschen suchen nach Alternativen und gerade die Frauen der Welt nehmen den Kampf für eine lebenswerte Zukunft auf.

Die Bundesregierung ist weit nach rechts gerückt, Merkels Spruch „Wir schaffen das“ ist in Wirklichkeit: Verschärfung des Asylrechts, Unterstützung der offen  faschistischen Erdogan Regierung in der Türkei, Unterstützung des Krieges gegen den kurdischen Befreiungskampf und der militärischen Aggression der Türkei gegen Rojava. Im Inneren: Abbau demokratischer Rechte, Drangsalierung von Hartz IV-Betroffenen, Ausbau der Geheimdienste.

Mit Hilfe der Medien gewinnen ultrareaktionäre und besonders frauenfeindliche Kräfte Einfluss, europaweit gibt es wütende Proteste von Frauen gegen die Aushöhlung des Rechts auf Abtreibung. Auf der anderen Seite – aber von den Medien fast ausgeblendet, gibt es weiterhin ungebrochen große selbstlose Hilfe für  Geflüchtete und Sympathie für den kurdischen Befreiungskampf. Gegen TTIP waren 350 000 auf der Straße – und Courage mittendrin. Am gleichen Wochenende formierte sich Widerstand von Frauen gegen den Aufmarsch eines Bündnisses von christlichen Fundamentalisten, reaktionären hin zu zu faschistischen Kräften in Berlin. Unter dem demagogischen Motto „Willkommenskultur für Un- und Neugeborene“ wenden sie sich gegen die Zuwanderung „Kulturfremder“, „Gender-Wahn“, Säkularismus (also die Trennung von Kirche und Staat), Feminismus und Sexualaufklärung, fordern ein absolutes Abtreibungsverbot und die Verpflichtung der Frauen auf ihren „göttlichen Fortpflanzungsauftrag“ und ihre traditionelle Rolle in der Familie.

Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass es z.B.  bei der Attacke der  Prostitutionslobby und Prostitutionsbefürworterinnen auf die 8. März-Demo in Frankfurt darauf angekommen wäre, sofort den gesamten Verband in Stellung zu bringen, gemeinsam zum Ausdruck zu bringen: Wir werden attackiert, weil wir zur Prostitution ganz klar Stellung beziehen und uns von der Prostitutionslobby nicht einschüchtern lassen. Die abartigsten Formen der Unterdrückung der Frau mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu rechtfertigen und auch noch als Menschenrecht zu propagieren ist reaktionär und im Interesse der Profiteure der milliardenschweren Sexindustrie. Wir stehen für ein positives Ziel, einer auch  von Prostitution befreiten Gesellschaft – und werden deshalb attackiert.

Unser zukunftsgerichtetes Programm und unsere Prinzipien sind doch da genau der Schlüssel, Frauen zu organisieren –  die Frauenbewegung braucht einen starken Verband. Es gibt einen freien Platz, der weiter zu erobern ist: mitten unter den Frauen, die keine Rolle rückwärts machen, sondern die wirkliche Gleichberechtigung erkämpfen wollen. Und das geht nur organisiert.