Update 16.1.17: Heute Protestdemo gegen Abschiebungen, 18 Uhr, Porschekanzel/Marktkirche

Heißes Thema bei der Montagsdemo Essen – Kommt ALLE!

*Schluss mit der reaktionären Abschiebepolitik der Bundesregierung! Asylrecht für alle Unterdrückten auf antifaschistischer Grundlage! *

Offenes Mikro für kurze Reden, Kultur, Infomaterial

 

Nicht in unserem Namen!

MORGENS FRÜH, 5 UHR. Notunterkunft in Essen.

Endlich eingeschlafen. Hunderte Geflüchtete im Zeltcamp, 8qm pro Familie,

Frauen, Kinder, Männer. Schwere Bilder in Kopf und Herz.

DREI EINSATZWAGEN DER POLIZEI.

Sieben Polizisten steigen aus. Brechen ein in die Wohnzelle einer Familie.

Keine Tür, kein Abschluss zur Decke. Der Vorhang wird zur Seite gerissen.

Sieben Polizisten – das ganze Camp in Panik.

VERBRECHEN? KRIMINELLE? Der IS HIER IM CAMP?

Was???? Diese Familie? Mutter, Vater, drei Kinder?

DAS SIND UNSERE FREUNDE!

Sie werden abgeführt wie Kriminelle.

Auch wir Ehrenamtlichen sind fassungslos. Wir schämen uns für unsere Regierung, für unsere Stadt.

Ein ganzes verdammtes langes Jahr ist diese Familie bei uns im Camp, im Deutschkurs, bei der Kinderbetreuung, bei gemeinsamen Ausflügen.

Seit Monaten bemühten wir uns darum, dass auch die sehr begabte älteste Tochter endlich in die Schule kommt.

Und es ist gelungen –  mit Beginn dieses Schuljahres.

UND ZWEI WOCHEN SPÄTER RUFT SIE UNS AUS POLEN AN!

Jetzt ist die Familie wieder in einem Flüchtlingslager – und in einem Staat, der für Rassismus und Flüchtlingsfeindlichkeit bekannt ist.

Dieses Mädchen hat aus eigener Kraft und mit unserer Hilfe Deutsch gelernt – wir können uns super verständigen.

DAS IST FÜR UNS INTEGRATION, STATT UNTERWERFUNG!

Uns blutet das Herz, wir sind wütend auf unsere Regierung,

die einen solchen unmenschlichen Umgang nicht nur zulässt, sondern mit ihrem neuen,

sogenannten „Integrationsgesetz“ dafür verantwortlich ist und regelrecht fördert!

IM NAMEN DES VOLKES?

Wir sage NEIN – nicht in unserem Namen!foto-nicht-in-meinem-namen

Susanne Keil, Courage Essen, September 2016

 
 
Diese Erklärung ist zum Jahresende 2016 ganz besonders unseren Mitbürgern aus Afghanistan gewidmet. Die ersten Sammelabschiebungen sind unter Protest und begleitet von großer Empörung schon passiert, weil die Bundesregierung wider besseren Wissens ausgerechnet Afghanistan als „sicheres Herkunftsland“  ausgeschrieben hat. NICHTS IST SICHER IN AFGHANISTAN – Schluss mit den menschenrechtswidrigen Abschiebungen!